Gardasee – Ist und bleibt Bikespot No. 1

Gardasee Bikespot
Das Bikejahr 2014 neigt sich langsam den Ende entgegen und nachdem ich die vergangenen paar Tage mal wieder am Gardasee verbracht habe komme ich zum Schluss: Der Lago bleibt einfach Bikespot Nummer 1 in Europa, wenn nicht weltweit!

Hier passt alles: Eine endlose Auswahl an Touren jeglichen Schwierigkeitsgrades, genialste Trails, immer wieder den Atem raubende Ausblicke, südliches Flair, so etwas wie Nightlife… Da können andere Alpen-Regionen noch so neidisch ins Trentino schielen, so ein Package kann sonst niemand bieten (evtl. gibt es EINEN Bikespot, der dem nahe kommt, aber das werde ich im November herausfinden ;)

Die Trails rund um den Gardasee sind aber nicht nur von der Beschaffenheit genial und bieten sowohl für Downhiller, Flow-Fahrer und Technik-Freaks etwas, sondern haben die diesen Vorteil, dass sie alle super über Strassen oder zumindest gut fahrbare Waldwege zu erreichen sind. Außerdem ist mir mal aufgefallen, dass die allermeisten Trails und Touren von “ganz oben” bis fast ganz hinab an den See gehen und so maximales Fahrvergnügen bieten. Gerade in den höheren Alpen gibt es häufig den Effekt, dass geniale Trails unvermittelt auf breiten Wegen enden und dann wertvolle Tiefenmeter auf diesen Straßen vernichtet werden.

Also: Gardasee, Bikespot Nummero Uno! :)

Und hier ein kleines Video von dem meiner Meinung nach geilsten Trail am Lago, dem 601er vom Riffugio Altissimo bis hinab zum See!

46mm oder 51mm Offset an 29er Gabeln

Aktueller Gabel-Bestseller der 29er Federgabeln für Trailbikes ist sicherlich die RockShox Pike, und das mit vollem Recht. Biker, die sich für ihr 29er Mountainbike eine aktuelle 2014 Pike kaufen wollen stoßen allerdings auf zwei verschiedene Versionen der Gabel. Zu kaufen gibt es die RockShox Pike mit einem 46mm oder 51mm so genanntem “Offset”.

RockShox Pike 46mm 51mm Offset
Der Offset gibt an, wie weit vor der Steuerachse die Radachse angebracht ist. Ein Blick auf meine hervorragende Zeichnung zeigt, was gemeint ist.

Wie unterscheidet sich der 46mm zu dem 51mm nun?
In der vergangenen Jahren haben die meisten Mountainbikes immer flachere Lenkwinkel bekommen, um schnelle Kurven geschmeidig fahren zu können. Durch den flacheren Lenkwinkel tendiert das Vorderrad aber zu unruhigerem Lauf, vor allem bei niedrigem Tempo. Dieser Effekt wirkt sich bei 29er Rädern noch mehr aus als bei 26ern. Ein größerer offset wirkt dieser Tendenz entgegen, das Vorderrad lässt sich agiler einlenken.

Mit dem 51mm Offset sollen sich 29er Mountainbikes weniger “staksig” fahren und mehr wie 26er anfühlen. Dies geht allerdings auf Kosten eines (noch) längeren Radstandes. Die 46mm Offset Gabeln dürften sich daher in engen Spitzkehren ein wenig besser handlen lassen und man bekommt mehr Gewicht auf das Vorderrad, was ebenfalls wieder dem Handling zugute kommt.

RockShox Pike 46mm 51mm Offset

Insgesamt darf man nicht vergessen, dass sich beide Versionen um nur 5mm unterscheiden und sich vermutlich nicht drastisch unterscheiden. Ich selbst bin mir nicht sicher, ob ich die beiden Versionen wirklich an der unterschiedlichen Fahrdynamik erkennen könnte.

Persönlich würde ich als Faustregel hernehmen: Wenn man wirklich das letzte mm auf extrem engen Spitzkehren herausholen möchte, greift man zur 46mm Version der RockShox Pike, ansonsten ist man mit der 51mm sicherlich gut bedient.

Mit dem Evoc Bike Travel Bag um die Welt

Biken kann man nicht nur in Deutschland und den Alpen, einige der besten Bikespots der Welt erreicht man nur per Flugzeug. Wer auch in der Ferne nicht auf sein eigenes Bike verzichten mag, muss es also mit in den Flieger nehmen. Damit das gute Stück nicht beschädigt wird, sollte es jedoch möglichst gut verpackt sein. Dafür reicht in der Regel schon ein Fahrradkarton, wenn man Rad und Laufräder ordentlich polsterst und den Karton gut verschließt.

Bequemer geht der Bike Transport allerdings mit einem speziellen Koffer oder Bag, wie dem Evoc Bike Travel Bag. Dieser ist nicht nur mit etlichen Features versehen, um das Rad sicher zu verstauen, sondern lässt sich erheblich einfacher wieder öffnen und verschliessen. Dies ist vor allem beim Security Check am Flughafen ein Problem mit Kartons, bei denen das Paketband geöffnet (und wieder sicher verschlossen!) werden muss.

Evoc Bike Travel Bag

Ich habe den Evoc Bike Bag in den vergangenen 12 Monaten auf 3 Flügen benutzt und er hat sich als ein sehr sicheres und bequemes Transportmittel für das Liteville herausgestellt. Der Rahmen wird in dem geräumigen Hauptfach sicher verzurrt, die Laufräder kommen in jeweils eigene Seitentaschen. Mein etwas älterer Bag nimmt problemlos 26″ Räder mit 2.4er Reifen auf. In die aktuellen Version des Bike Travel Bags passen auch 29″ Räder mit 2.2er Reifen, wenn man etwas Luft ablässt. Hier wären noch größere Reifen-Fächer für mich wünschenswert, um in Zukunft auch 29er Räder mit noch groß-volumigeren Reifen aufnehmen zu können, ohne die Luft ablassen zu müssen (Tubeless!).

Bei einer Reise in die USA wurde mir beim Transport eine Bremsscheibe verbogen. Man sollte auf jeden Fall darauf achten die Räder mit den Scheiben nach AUSSEN in die Taschen zu stecken, da die Scheiben so gut durch die stabilisierenden Kunststoffrohre geschützt sind.

Der recht große XL Rahmen meines Liteville 301 passt genau in das Hauptfach, ohne dass ich z.B. das Schaltwerk demontieren muss. Der noch längere 29er Banshee Rahmen eines Freundes passte nach dem Abbauen des Schaltwerks ebenso in den Bag. Probleme mit der Beschädigung des Rahmens habe ich noch nie gehabt, er scheint sehr gut gesichert.

Je nach erlaubtem Gewicht des extra Sportgepäcks lässt sich der Innenraum auch noch super mit allerlei Gepäck auffüllen. Ich packe gerne Werkzeug, Standluftpumpe, Schuhe, usw. mit hinein.

Der Bike Bag hat aussen viele Handgriffe und “Inliner” Rollen, die super laufen. So lässt sich der Bag problemlos im Flughafen und unterwegs transportieren.

Evoc Bike Travel Bag

Wer plant, sein Rad häufiger mal mit auf Reisen zu nehmen, dem ist der Evoc Bike Travel Bag ehrlich ans Herz gelegt. Mit 340-360€ sicher kein ganz günstiger Spaß aber der Komfortgewinn gegenüber einem Karton ist erheblich. Man kann den Bag auch bei Bike Stores ausleihen, was für den gelegentlichen Gebrauch sicherlich auch sinnvoll sein kann! Fragt einfach mal bei eurem Local Bike Store nach.

Mitglied im Deutschen Alpenverein werden

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Ich bin seit 2013 Mitglied beim Deutschen Alpenverein und denke, dass eine Mitgliedschaft für alle Mountainbiker eine Überlegung wert sein sollte.

Der Deutsche Alpenverein ist bei weitem nicht mehr nur ein Verein für Wanderer, sondern kümmert sich um die Belange so ziemlich jeder Bergsportart im weitesten Sinne. Dazu gehört natürlich auch das Mountainbiken, das innerhalb des DAV durch eigene Gruppen repräsentiert wird.
So pflegt der DAV mit seinen Mitgliedern nicht nur die Infrastruktur in den deutschen Bergen vom Mittelgebirge bis in die Alpen und hält Wege und Hütten instand, sondern setzt sich auch ganz gezielt für die Belange von Mountainbikern ein. So spricht sich der DAV mit seinen knapp 1.000.000 Mitgliedern ganz klar gegen die “2 Meter Regelung” gegen Mountainbiker in Baden Württemberg aus.

Warum macht es Sinn als Mountainbiker Mitglied beim DAV zu werden?

Versicherungsschutz bei allen Bergsportarten

Für mich persönlich einer der wichtigsten Punkte ist der Versicherungsschutz bei Bergsportarten, der weltweit die Rettung vom Berg abdeckt. Selbst in touristisch extrem erschlossenen Regionen wie dem Gardasee gibt es genug Stellen, an denen die Rettung nur durch einen Helikopter möglich ist und die ist nicht unbedingt durch eine bestehende Unfallversicherung abgedeckt und extrem teuer.

Instandhaltung der Infrastruktur

Als Mountainbiker benutzen wir Wanderwege und Hütten, die häufig vom DAV gebaut und instand gehalten werden. Außerdem kümmern sich DAV Mitglieder um den Schutz von Pflanzen und Tieren in den Bergen und sind sich auch nicht zu schade Müll aufzulesen, den anderen “Bergsportler” hinterlassen.

Deutlich günstigere Hüttenübernachtungen

Als DAV Mitglied zahlt man für die Hüttenübernachtung meist erheblich niedrigere Tarife. Kostet die Übernachtung im Mehrbett Zimmer regulär zum Beispiel in der Falkenhütte 28€, zahlt das DAV Mitglied nur 18€. Dies gilt für die Hütten des DAV, die nicht nur in den deutschen, sondern auch in den österreichischen, italienischen und schweizer Alpen zu finden sind.
Ebenso gibt es in vielen Häusern und Hütten vergünstigte Bergsteigeressen und -getränke.

Umfangreiches Touren- und Lehrgangs- und Urlaubsangebot

Der DAV bietet ein sehr umfangreiches Angebot (jährlich kommt ein Katalog ins Haus, der einem Telefonbuch gleicht) rund um den Bergsport an. Ich werde zum Beispiel nächstes Jahr einen Wildwasser Kayak Kurs machen, der mit knapp 100€ für 5 Tage obendrein ziemlich preiswert ist. Daneben gibt es Touren und Ausbildungsangebote für so ziemlich jedes Interesse. Natürlich auch im Bereich Mountainbiken!

Außerdem kann man beim DAV teure Ausrüstung für kleines Geld ausleihen, wie zum Beispiel Zelte, Kletterzubehör oder Schneeschuhe.

Die Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein bietet noch viele weitere Vorteile, die ich hier gar nicht alle aufzählen will.

Falls Ihr auch Mitglied beim DAV werden möchtet, könnt Ihr euch auf dieser Webseite weiter informieren und ein Anmeldungsformular herunterladen. Dies sendet Ihr an die DAV Sektion Eurer Wahl (Sinn macht sicher eine an Eurem Wohnort zu wählen).

Das war zwar nicht meine Motivation, diesen Artikel zu schreiben, aber wenn Ihr mich bei Eurer Anmeldung als werbendes Mitglied nennt, würde ich mich sehr freuen. Ich krieg dann einen Hüttenschlafsack, o.ä. geschenkt :) Schreibt mich einfach an, und ich nenne euch meine Daten.

Muc-Off Bike Cleaner Fahrradreiniger

Lange habe ich spezielle Fahrradreiniger für überflüssigen Schnickschnack gehalten, schließlich hab ich bisher noch jedes Radel mit Wasser und handelsüblichem Spülmittel sauber bekommen. Trotzdem habe ich jetzt mal den Muc-Off Bike Cleaner Reiniger ausprobiert. Und ich muss sagen: Wow…

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Der Muc-Off Bike Cleaner wird mit einer Sprühflasche auf das verschmutzte Fahrrad aufgetragen und löst dort den Schmutz, der dann viel einfacher abgewaschen werden kann. Mit “Schmutz” ist dabei wirklich Dreck gemeint und nicht fett und Schmiere. Er löst Modder, festgebackene Matsche, und das erstaunlich gut.
Nun lässt sich der Fahrradrahmen meist noch recht einfach von Dreck befreien, auch wenn das bei rauen Oberflächen wie dem eloxierten Liteville 301 schon ein bisschen schwierig werden kann. Aber wer kennt nicht unzugängliche Stellen, an denen sich Dreck ansammelt und dann kaum noch zu entfernen ist.

Das Rad wird zuerst grob von (trockenem) Dreck befreit, dann einmal mit Wasser eingepinselt oder abgespült. Jetzt wird das Muc Off Zeugs draufgesprüht und darf für ein paar Minuten einwirken. Danach sollte sich der Dreck einfach abspülen lassen oder schon von selbst “weggeflossen” sein. Ganz erstaunlich. Dabei schäumt das Bike Cleaner Zeugs nicht, soll Bremsbeläge, Gummi, usw. nicht angreifen und relativ umweltneutral sein.

Ich finde das Muc-Off ziemlich praktisch. Braucht man es unbedingt zur Fahrradpflege? Nein. Aber es erleichtert das Putzen doch ungemein, bzw. habe ich erst mit dem Zeug einige Bauteile (rund um den Umwerfer, Kurbeln, etc.) wieder richtig sauber bekommen.

Für 3 Fahrradwäschen habe etwa die halbe Literflasche benötigt, wobei ich recht großzügig damit umgegangen bin. Die Literflasche kostet um die 8 Euro, beim 5 Liter Kanister verringert sich der Literpreis auf knapp 5 Euro. Ich würde gleich den 5 Liter Kanister nehmen und eine Sprühflasche mit Druckluftpumpe dazu nehmen, da die Original Pumpflasche auf die Dauer ein bissl mühselig sein kann.

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Das Liteville vor dem Putzen

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Und hinterher

Surly Knard 3.0 im Karate Monkey

“Fat Bikes” mit extrabreiten Reifen sind gerade groß in Mode. Die überbreiten Reifen mit Breiten bis 5″ ermöglichen es, mit dem Mountainbike problemlos auch über Schnee und Schlamm zu rollen. Führend in diesem Bereich ist sicherlich die US Kultmarke Surly.
Was liegt also näher, als auch auf meinem Surly Karate Monkey mal die größtmöglichen Reifen zu installieren? Da das Karate Monkey schon auf 29″ Rädern rollt, beschränkt sich (bisher) die Auswahl der Fatbike Reifen auf den Surly Knard 3.0, den ich mal in der 27tpi Drahtversion auf dem Hinterrad installiert habe.

Surly Knard Karate Monkey

Der Surly Knard ist natürlich schon erheblich voluminöser als der Conti 2.2 RaceKing, der ich vorher gefahren bin. Damit der Reifen zwischen die Kettenstreben des Karate Monkey passt, muss die Achse des Schnellspanners in den cleverer Weise schon horizontal ausgelegten Ausfallenden bis in die hinterste Position geschoben werden. Dann passt der Knard 3.0 gerade so in den Rahmen, ohne an den Kettenstreben zu schleifen, lässt jedoch nur eta 3-4mm Platz zwischen Gummi und Kettenstreben.
So lässt sich sogar noch der Umwerfer auf den äußersten zwei von drei Kettenblättern schalten. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass ich ihn komplett abbauen müsste.

Das ist prinzipiell genug, um damit zu fahren, jedoch verwindet sich der Stahlrahmen beim starken Antritt oder bei engagierter Kurvenfahrt so sehr, dass der Reifen dann doch am Rahmen streift. Problematisch ist dies nicht, jedoch dürfte spätestens, wenn der Reifen in seinem Element gefahren wird der kleine Spalt durch Schnee oder Schlamm schnell vollgesetzt sein.

Praktisch passt passt der Surly Knard 29 3.0 also leider nicht auf die Hinterachse in dem Karate Monkey Rahmen. Interessant ist jedoch das Verhalten beim durchrollen von Schlammlöchern. Bringen die großen 29er Reifen auch schon in dünneren Varianten hier erhebliche Vorteile gegenüber den alten 26″ Rädern, steigert der erheblich breitere Knard das “Ich-Roll-Über-Alles-Drüber” Feeling nochmals. Auch bei tiefem Schlamm, durch die ich den dünnen Vorderreifen gerade so durchwuchten konnte, rollt der Knard einfach weiter und bietet genug Grip um noch beschleunigen zu können.
Auch auf feuchten Wurzeln mit ordentlich Laub greift der Knard mit seinem Wahnsinns-Grip in den Untergrund und fängt sich nach kurzen Rutschern immer wieder extrem schnell.

Surly Karate Monkey Knard 3.0

Der Durchmesser des Gummis ist etwa 15 mm größer und hebt somit das Heck um diesen Wert an, was aber nicht wirklich spürbar ist. Beim Fahren macht sich der dickere Reifen durch etwas trägeres Einlenkverhalten auf der Hinterachse bemerkbar.

Ich habe den Reifen nun in der Gabel montiert, wo er auch absolut problemlos passt und mehr als Genug Platz zwischen Gummi und Stahl liegt. Meine erste Befürchtung, dass sich das Einlenkverhalten auf der Vorderachse noch deutlich mehr verschlechtert als auf der Hinterachse hat sich merkwürdiger Weise erstmal nicht bestätigt. Das Vorderrad muss ein bissl energischer in die Schräglage gedrückt werden, allerdings hat der breite Reifen scheinbar unendlich viel Grip und macht das problemlos mit.

Von dem breiten Knard Reifen auf der Vorderachse verspreche ich mir nun ein erheblich besseres Rollverhalten in den anstehenden Schlamm- und Schneeschlachten im herbst und Winter. Hoffentlich kann der auf der Hinterachse montierte 2.2er RaceKing da mithalten. Hier werde ich sicherlich bald einen 2.4er reifen aus dem Hause Conti installieren.

5 coole Kickstarter Projekte für Biker

Auf Kickstarter finden sich immer wieder interessante neue Produktideen für Fahrradfahrer. Im folgenden möchte ich Euch 5 Produkte vorstellen, die zur Zeit Finanzierung suchen und unkonventionelle Ansätze für typische Fahrradfahrer-Probleme bieten.

1. Das Bitlock elektronische Fahrradschloss

BitLock

Das Bitlock ist ein Bügelschloss, das nicht mit einem Schlüssel geöffnet wird, sondern über das Smartphone. Per Bluetooth und App verschließt sich das Schloss automatisch, wenn der Besitzer sich mehr als ein paar Meter entfernt und öffnet sich ebenso wie durch Zauberhand. Das ist nicht nur praktisch, sondern es entfällt auch das Schloss, das gemeinhin als einfachstes Angriffsziel für Fahrraddiebe gilt.
Obendrein kann man auch Freunden Zugriff auf sein Fahrrad erlauben, wenn sie ebenfalls über ein Smartphone mit der App verfügen.
Pech hat natürlich der Radelfahrer, dessen Smartphone der Saft ausgegangen ist. Ohne Telefon kein Bike!

2. Das FlyKly Smart Wheel

FlyKly

Die Plugin Lösung für alle, die Ihr (Stadt)rad in ein E-Bike umwandeln wollen. Das FlyKly Smart Wheel ist ein Laufrad, das sowohl Elektromotor als auch Batterie enthält. Es kommt in verschiedenen Laufradgrößen und lässt sich einfach als Hinterrad in vielen Fahrrädern verbauen. Mit nur 4kg Gewicht soll es genug Saft für 50km Reichweite haben. Danach muss das Laufdrad an der Steckdose geladen werden (willkommen im Jahr 2013 :)
Sicher eine praktische Sache, wer mit ein bisschen Unterstützung unterwegs sein will.

3. Der Infinity Seat

Infinity Seat

Der Infinity Seat ist ein Sattel, der besonders bequem und beschwerdefrei zu fahren sein soll. Durch seine offene Bauweise sollen Druckstellen im Leistenbereich und die damit verbundenen Schmerzen oder Taubheitsgefühle vermieden werden. Ob das so funktioniert? Sicher (wie immer bei Fahrradsätteln) eher eine individuelle Frage, aber sicherlich ein innovativer Ansatz.

4. Der Buca Boot Fahrrad-“Kofferraum”

Buca Boot

Der Buca Boot ist ein Kasten, der auf dem Gepäckträger eines Radels befestigt wird und durch seine flexible Bauform sowohl zum Transport als auch zur sicheren Aufbewahrung von allerlei Bike-Utensilien beim Abstellen des Rades genutzt werden kann. Gegenstände finden entweder in der offenen oder geschlossenen Box ihren Platz oder sind im abgeschlossenen Zustand sicher verstaut.

5. Das See Sense Bikelicht

See Sense

Das See Sense Licht ist eine Fahrradlampe, die sich automatisch an die Fahrsituation anpasst. So soll die Lampe erkennen, ob der Biker gerade fährt, sich einer Kreuzung annähert oder steht. Entsprechend wird die Helligkeit gedimmt und auf verschiedene Blinkmodi geschaltet. Dies hat den Vorteil, das in gefährlichen Situationen für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt ist, während beim dahinradeln das Licht gedimmt wird und so Strom gespart wird.

Neben diesen Projekten gibt es auf Kickstarter immer wieder neue Projekte, die sich an Radfahrer wenden. Schaut doch einfach ab und zu bei Kickstarter rein.

Alle Fotos: Kickstarter

Petition gegen Anti-Mountainbiker Gesetz in Baden Württemberg

Schon seit einiger Zeit läuft die Petition des DIMB und ADFC für die Streichung eines Gesetzes, das es Fahrradfahrern in Baden Württemberg verbietet, Wege unter 2 Meter Breite zu befahren. Damit wird faktisch die Ausübung des Mountainbike Sports im öffentlichen Raum von Baden Württemberg unterbunden.

Unter folgendem Link könnt auch Ihr euch dieser Petition anschließen:

https://www.openpetition.de/petition/online/streichung-der2-meter-regel-einschl-entspr-bussgeldbestimmung-im-waldgesetz-baden-wuerttemberg

Mountainbiking Colorado

Der amerikanische Bundesstaat Colorado gilt als eine der Geburtsstätten des Mountainbike Sports und bietet mit den Rocky Mountains einen perfekten Spielplatz für Biker. Nicht umsonst haben sich schon seit den 90er Jahren etliche Mountainbike Größen wie Missy Giove, Ned Overend oder Greg Herbold in den Bergen zwischen den Great Plains im Osten und der Wüste von Utah im Westen niedergelassen.

Diesen Sommer habe ich also mein Liteville 301 geschnappt, es in den Evoc Bike Travel Bag gepackt und bin nach Denver geflogen, um einen 1.600km Roadtrip zu den unterschiedlichen Regionen Colorados zu unternehmen. Zusammen gekommen sind dabei Eindrück von einem wahnsinnig schönen Land mit tollen und viel einsameren Trails, als wir es hier in Europa gewohnt sind.

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Schon bei den Vorbereitungen zu diesem Trip hat sich schnell heraus gestellt, dass sich die Art Mountainbiken in den USA von der in Europa unterscheidet. Wo sich ganz Europa mit dem schier endlosen Netzwerk teils Jahrhunderte alter Wanderwege mit dem Mountainbike erleben lässt, finden sich in Amerika alleine aufgrund der Größe des Landes, der erheblich niedrigeren Besiedlungsdichte und der kürzeren Geschichte ein erheblich dünneres Netz an Wander- und auch Forstwegen.

Als eine der Geburtsstätten des Mountainbike Sports bietet Colorado natürlich trotzdem genügend Möglichkeiten, um sich auf dem Bike ordentlich auszutoben. Auch stehen die Rocky Mountains als Berge den Alpen in nichts nach. Ich bin bis auf 3.800m mit dem Bike unterwegs gewesen, deutlich höher als ich seit langem in den Alpen mit dem Rad gekommen bin.

Als Ausgleich zu den fehlenden Wanderwegen haben die Mountainbiker in den USA sogenannten Trail Systeme angelegt. Dabei werden Trails zum Teil von Hand in die Berge gebaut, die explizit für Mountainbiker präpariert sind. Diese Trails sind zu mehr oder weniger großen Systemen verbunden und können häufig bergauf und bergab befahren werden.

18 Road Trails
18 Road Trails

Erster Stop war in Fruita, ganz im Westen von Colorado gelegen und fast schon in Utah. Die Landschaft ist hier nicht mehr alpin wie in den Rockies, sondern besteht aus einem von Bergen eingerahmten Wüstental. Die Hänge erinnern schon an die aus Bikevideos bekannten Ridges aus Utah. Da ich mir mit Juli die heißesten Zeit des Jahres ausgesucht hatte, hieß es früh morgens biken zu gehen, denn schon am Vormittag stiegen die Temperaturen auf deutlich über 30C!

Das bekannteste Trail System in der Gegen von Fruita und Grand Junction ist das 18 Road Trails System nördlich von Fruita. Nach einer kurzen Fahrt über die 18 Road gelangt man vom Parkplatz auf etliche toll präparierte Trails. Herausragend ist vor allem der Zippity Doo Da, der sich spektakulär über seitlich steil abfallende Ridges bis ins Tal zieht. Perfekter Flow!
Herausragend außerdem der neuere “PBR – Pumps, Barrels, Rollers”, der auch perfekt präpariert ist und wie ein kilometerlanger Pumptrack wirkt, auf dem sich ein Kicker, Anlieger und Drop an den anderen reiht.

Zippity Doo Da Trail
Zippity Doo Da Trail

Das zweite große Trailsystem ist das Kokopelli System, das auf einem Plateau entlang des Colorado Rivers angelegt ist. Eine große Schleife lässt sich hier mit verschiedenen kleineren Trails verbinden. Ich habe mich dazu entschieden früh morgens den Horsethief Bench Loop zu fahren, der eher technisch ist und immer wieder über steile Felsformationen gigantische Blicke auf den Colorado River zuließ. In Kombination mit der frühmorgendlichen Sonne und auf den Hängen heulenden Koyoten ein absolutes Gänsehaut Erlebnis.

Horsethief Bench
Horsethief Bench

Horsethief Bench
Horsethief Bench
– Der Einstieg in den Trail. Eine sehr schwierige Formation aus teils großen Felsen, Sicherlich komplett fahrbar, aber nicht für mich an diesem Morgen, so ganz alleine! http://www.youtube.com/watch?v=k93ohJdlXZk
Hier fährts einer, aber wie immer wird das Video der Realität nicht gerecht :)

Raiders Ridge Durango
Raiders Ridge Durango

Von Fruita ging es dann weiter in die “Bikehauptstadt” Durango. Hier haben sich nicht umsonst viele der MTB Helden der 90er Jahre niedergelassen. Nicht umsonst trägt einer der vielen innerhalb von Minuten zu erreichenden Trailsysteme den Namen der Bike Legende Ned Overend.

Durango ist ein unheimlich sympathisches, kleines Bergstädtchen, umgeben von Bergen, die mit Trailsystemen durchzogen sind. Ich war froh eine ganze Woche in Durango eingeplant zu haben, denn über der ganzen Stadt lag irgendwie ein Vibe, der mich eher an südkalifornische Surferstädtchen erinnert hat, als an ein alpines Bergdorf. Dazu beigetragen haben sicherlich die diversen Brauereien und Brewpubs der Stadt, die ich selbstverständlich alle besucht habe! Vom Bier her ganz klarer Sieger war Ska Brewing, die tollste Location (inkl. legendärem Yeti A.R.C. AS an der Decke) hatte Steamworks Brewing.

Yeti
Yeti A.R.C. AS

Die erste Runde auf dem Bike hat mich dann gleich in das größte Trailsystem Durangos geführt, dem Horse Gulch/Telegraph Hill System. Es ging hoch über dutzende Spitzkehren über den Skyline Trail und dann weiter über den technischen und sehr steinigen Raiders Ridge.

Colorado Trail Durango
Colorado Trail Durango

Am nächsten Morgen ging es über den Colorado Trail hinauf in die Berge über Durango. Wieder hieß es, sich über teils recht steile Trails den Berg hinauf zu arbeiten, um dann bergab Flow vom Feinsten genießen zu können. breite Forststraßen wie wir es in Europa in der Regel selbst in vermeintlich abgelegenen Gebieten gewohnt sind, gibt es in den USA kaum.

An den darauf folgenden Tagen bin ich noch den Sidewinder auf dem Telegraph Hill gefahren, eine sehr schnelle Abfahrt über bestens präparierten Trail, der sich in schier endlosen Kurven den Berg hinunter zieht, Wahnsinn! Außerdem habe ich noch den Ned Overend Park ein bisschen erforscht, der auch unter dem Namen “Test Track” bekannt ist. Hier finden sich richtig geile Abfahrten wie den “Star Wars” über steile und stark überhöhte Kurven, immer wieder unterbrochen durch Kicker… Total geil!

Trail 401 Crested Butte
Trail 401 Crested Butte

Die dritte Station war Crested Butte, mittem im alpinen Teil Colorados gelegen. Ein wunderschönes, kleines Örtchen mit vielen guten Lokalen und Bars. Hier ging es auf den Trail 401, der von 3.800, Höhe durch Wildblumenwiesen wieder zurück ins Tal führt. Ein Wahnsinns Erlebnis mit tollen Ausblicken und endlich mal eine längere Tour über Natur-Trails!

Trail 401
Trail 401

Mein letzter Halt hat mich dann nach Aspen, dem wohl bekanntesten und mondänsten Skiort Amerikas geführt. Hier sollte es eigentlich auf den Goverment Trail gehen, aber leider hat dort dann zum ersten Mal auf meinem Trip das Wetter nicht mehr mitgespielt und auch der letzte Versuch zu dem wahrscheinlich eh schon sehr matischgem Trail zu gelangen wurde von einem erneut durchziehendem Unwetter vereitelt. Aber halb so schlimm. Am Tresen der New Belgium Brewing Ranger Station in Snowmass Village ließ sich auch das ganz gut ertragen!

Abschließend noch ein kurzes Video, das ein paar Eindrücke aus Colorado vermittelt.

Der Trip war einfach wahnsinnig geil und ich fand es sehr interessant, mal das bekannte Terrain zu verlassen. Ich kann nur jedem Mountainbiker empfehlen, einfach mal was Neues zu probieren. Es muss ja nicht gleich ein Trip in die USA sein!