Surly Karate Monkey

Mein neues Mountainbike ist das Surly Karate Monkey. Stahlrahmen, 29 Zoll Räder, ungefedert und natürlich nicht als Singlespeed, sondern als echtes Mountainbike aufgebaut.

Angesichts aktueller Federwegsmonster mit ultraleichten Carbonbrahmen selbst im Longtravel Enduro Bereich kommt mir dieses urtümliche und mit den vielfach verschmähten 29″ Rädern bestückte Rad gerade recht. Schon vor ein paar Jahren hatte ich mit meinem Oldtimer Bike (ebenfalls Stahlrahmen mit Starrgabel) unheimlich viel Spaß auf den Lago Trails. Ganz klar kann so ein Rad ohne jegliche Federung bergab nicht die Geschwindigkeit mitgehen, die ein modernes Mountainbike vorlegt. Aber die direkte Rückmeldung der Wegbeschaffenheit durch den starren Rahmen an den Fahrer schult die Fahrtechnik und erzieht zu überlegter und kontrollierter Fahrweise. Einfach “drüber bügeln” ist mit so einem Rad nicht drin und das kommt schlussendlich auch der Fahrtechnik auf einem modernen Fully MTB zu Gute.

Aufgebaut habe ich das Surly Karate Monkey in der größten Rahmengröße (22 Zoll) bis auf die fehlende Federung wie ein aktuelles Touren oder All Mountain Hardtail mit Orientierung Richtung Trail. Das heisst eine komplette 2×10 SLX Gruppe, simple Ritchey Pro Bauteile im Cockpit und mit von Speer Laufräder aufgebauten 29″ Rädern bestehend aus den Hope Pro EVO II Naben und Notubes Flow EX Felgen. Leider knattern die neuen Hope Naben nicht mehr ganz so laut wie die prinzipiell genau gleich aufgebauten 26″ Laufräder an meinem Liteville 301 :) Ansonsten machen die Laufräder auf den ersten 100km einen guten Eindruck und sind eher robust als leicht, was bei meinem Gewicht von gut 110kg sicherlich nicht falsch ist.

Ich plane das Karate Monkey zum einen als Cross Country Hobel zum Fahren von längeren Distanzen vor der Haustür einzusetzen, will es aber auf jeden Fall auch mal ordentliche Anstiege in den Voralpen hoch treten und den ein oder anderen nicht zu extremen Singeltrail unter die Stollen nehmen. Auf meiner Hausrunde zwischen München und Starnberg hat das Rad bisher viel Spaß gemacht. Die 29er Räder rollen tatsächlich spürbar besser als die kleineren 26er… Besonders durch die Schlammlöcher und den weichen Boden, der in den letzten Wochen hier herrschte liessen sich die Räder wenig beirren. Wo sich 26er schon “festsaugen” rollen die mit 2.2er Conti Crossking Reifen bestückten 29er Räder einfach durch. Auch über Quer- und Längswurzeln rollen die Rädern wunderbar. Zudem habe ich das Gefühl, dass die Reifen nach seitlichen Rutschern in Kurven oder über Wurzeln deutlich schneller und mit vertrauenserweckender wieder Grip bekommen. Über ruppiges Geläuf wie Felsen oder Wurzeln rüttelt es den Fahrer natürlich ordentlich durch. Hier ist aktive Körperhaltung gefragt, der Hintern muss auf jeden Fall deutlich häufiger aus dem Sattel als auf dem Fully.

Prinzipiell erscheinen mir aber auch ruppigere Singletrails nicht unfahrbar. Ich werde halt die Geschwindigkeit etwas verringern müssen. Lediglich schweres Gelände über steile Absätze und Felsbrocken möchte ich vor allem den Rädern, die viel der wirkenden Kraft abfangen müssen, nicht zumuten.

Das Rad hat mit aber schon zu vielen Gelegenheiten viel Freude bereitet und ich genieße dieses ursprünglichere mountainbiken sehr. Ich bin schon sehr gespannt, was ich mit dem Rad im kommenden Jahr noch erleben werden!

2 thoughts on “Surly Karate Monkey”

  1. …ein Hallo aus dem Osten, der Leipziger Tieflandsbucht. Das gefällt mir sehr gut. Das Surly. Neben Renn- und Crossrad fehlt mir eigentlich auch noch so ein MTB (natürlich Hardtail!) Wahrscheinlich zum cruisen durch unsere flachen Wälder und die umgebauten Tagebaulandschaften ideal…Ich las gerade was über die “neue” alte Laufradgröße 650 B – das wäre ja sicher auch eine Option gegenüber dem twentyniner … obwohl: Was Du über das Fahrverhalten schreibst, das ist schon die Richtung in die ich will ;-) Viele Grüße aus Sachsen !

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