Muc-Off Bike Cleaner Fahrradreiniger

Lange habe ich spezielle Fahrradreiniger für überflüssigen Schnickschnack gehalten, schließlich hab ich bisher noch jedes Radel mit Wasser und handelsüblichem Spülmittel sauber bekommen. Trotzdem habe ich jetzt mal den Muc-Off Bike Cleaner Reiniger ausprobiert. Und ich muss sagen: Wow…

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Der Muc-Off Bike Cleaner wird mit einer Sprühflasche auf das verschmutzte Fahrrad aufgetragen und löst dort den Schmutz, der dann viel einfacher abgewaschen werden kann. Mit “Schmutz” ist dabei wirklich Dreck gemeint und nicht fett und Schmiere. Er löst Modder, festgebackene Matsche, und das erstaunlich gut.
Nun lässt sich der Fahrradrahmen meist noch recht einfach von Dreck befreien, auch wenn das bei rauen Oberflächen wie dem eloxierten Liteville 301 schon ein bisschen schwierig werden kann. Aber wer kennt nicht unzugängliche Stellen, an denen sich Dreck ansammelt und dann kaum noch zu entfernen ist.

Das Rad wird zuerst grob von (trockenem) Dreck befreit, dann einmal mit Wasser eingepinselt oder abgespült. Jetzt wird das Muc Off Zeugs draufgesprüht und darf für ein paar Minuten einwirken. Danach sollte sich der Dreck einfach abspülen lassen oder schon von selbst “weggeflossen” sein. Ganz erstaunlich. Dabei schäumt das Bike Cleaner Zeugs nicht, soll Bremsbeläge, Gummi, usw. nicht angreifen und relativ umweltneutral sein.

Ich finde das Muc-Off ziemlich praktisch. Braucht man es unbedingt zur Fahrradpflege? Nein. Aber es erleichtert das Putzen doch ungemein, bzw. habe ich erst mit dem Zeug einige Bauteile (rund um den Umwerfer, Kurbeln, etc.) wieder richtig sauber bekommen.

Für 3 Fahrradwäschen habe etwa die halbe Literflasche benötigt, wobei ich recht großzügig damit umgegangen bin. Die Literflasche kostet um die 8 Euro, beim 5 Liter Kanister verringert sich der Literpreis auf knapp 5 Euro. Ich würde gleich den 5 Liter Kanister nehmen und eine Sprühflasche mit Druckluftpumpe dazu nehmen, da die Original Pumpflasche auf die Dauer ein bissl mühselig sein kann.

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Das Liteville vor dem Putzen

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Und hinterher

Surly Knard 3.0 im Karate Monkey

“Fat Bikes” mit extrabreiten Reifen sind gerade groß in Mode. Die überbreiten Reifen mit Breiten bis 5″ ermöglichen es, mit dem Mountainbike problemlos auch über Schnee und Schlamm zu rollen. Führend in diesem Bereich ist sicherlich die US Kultmarke Surly.
Was liegt also näher, als auch auf meinem Surly Karate Monkey mal die größtmöglichen Reifen zu installieren? Da das Karate Monkey schon auf 29″ Rädern rollt, beschränkt sich (bisher) die Auswahl der Fatbike Reifen auf den Surly Knard 3.0, den ich mal in der 27tpi Drahtversion auf dem Hinterrad installiert habe.

Surly Knard Karate Monkey

Der Surly Knard ist natürlich schon erheblich voluminöser als der Conti 2.2 RaceKing, der ich vorher gefahren bin. Damit der Reifen zwischen die Kettenstreben des Karate Monkey passt, muss die Achse des Schnellspanners in den cleverer Weise schon horizontal ausgelegten Ausfallenden bis in die hinterste Position geschoben werden. Dann passt der Knard 3.0 gerade so in den Rahmen, ohne an den Kettenstreben zu schleifen, lässt jedoch nur eta 3-4mm Platz zwischen Gummi und Kettenstreben.
So lässt sich sogar noch der Umwerfer auf den äußersten zwei von drei Kettenblättern schalten. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass ich ihn komplett abbauen müsste.

Das ist prinzipiell genug, um damit zu fahren, jedoch verwindet sich der Stahlrahmen beim starken Antritt oder bei engagierter Kurvenfahrt so sehr, dass der Reifen dann doch am Rahmen streift. Problematisch ist dies nicht, jedoch dürfte spätestens, wenn der Reifen in seinem Element gefahren wird der kleine Spalt durch Schnee oder Schlamm schnell vollgesetzt sein.

Praktisch passt passt der Surly Knard 29 3.0 also leider nicht auf die Hinterachse in dem Karate Monkey Rahmen. Interessant ist jedoch das Verhalten beim durchrollen von Schlammlöchern. Bringen die großen 29er Reifen auch schon in dünneren Varianten hier erhebliche Vorteile gegenüber den alten 26″ Rädern, steigert der erheblich breitere Knard das “Ich-Roll-Über-Alles-Drüber” Feeling nochmals. Auch bei tiefem Schlamm, durch die ich den dünnen Vorderreifen gerade so durchwuchten konnte, rollt der Knard einfach weiter und bietet genug Grip um noch beschleunigen zu können.
Auch auf feuchten Wurzeln mit ordentlich Laub greift der Knard mit seinem Wahnsinns-Grip in den Untergrund und fängt sich nach kurzen Rutschern immer wieder extrem schnell.

Surly Karate Monkey Knard 3.0

Der Durchmesser des Gummis ist etwa 15 mm größer und hebt somit das Heck um diesen Wert an, was aber nicht wirklich spürbar ist. Beim Fahren macht sich der dickere Reifen durch etwas trägeres Einlenkverhalten auf der Hinterachse bemerkbar.

Ich habe den Reifen nun in der Gabel montiert, wo er auch absolut problemlos passt und mehr als Genug Platz zwischen Gummi und Stahl liegt. Meine erste Befürchtung, dass sich das Einlenkverhalten auf der Vorderachse noch deutlich mehr verschlechtert als auf der Hinterachse hat sich merkwürdiger Weise erstmal nicht bestätigt. Das Vorderrad muss ein bissl energischer in die Schräglage gedrückt werden, allerdings hat der breite Reifen scheinbar unendlich viel Grip und macht das problemlos mit.

Von dem breiten Knard Reifen auf der Vorderachse verspreche ich mir nun ein erheblich besseres Rollverhalten in den anstehenden Schlamm- und Schneeschlachten im herbst und Winter. Hoffentlich kann der auf der Hinterachse montierte 2.2er RaceKing da mithalten. Hier werde ich sicherlich bald einen 2.4er reifen aus dem Hause Conti installieren.

5 coole Kickstarter Projekte für Biker

Auf Kickstarter finden sich immer wieder interessante neue Produktideen für Fahrradfahrer. Im folgenden möchte ich Euch 5 Produkte vorstellen, die zur Zeit Finanzierung suchen und unkonventionelle Ansätze für typische Fahrradfahrer-Probleme bieten.

1. Das Bitlock elektronische Fahrradschloss

BitLock

Das Bitlock ist ein Bügelschloss, das nicht mit einem Schlüssel geöffnet wird, sondern über das Smartphone. Per Bluetooth und App verschließt sich das Schloss automatisch, wenn der Besitzer sich mehr als ein paar Meter entfernt und öffnet sich ebenso wie durch Zauberhand. Das ist nicht nur praktisch, sondern es entfällt auch das Schloss, das gemeinhin als einfachstes Angriffsziel für Fahrraddiebe gilt.
Obendrein kann man auch Freunden Zugriff auf sein Fahrrad erlauben, wenn sie ebenfalls über ein Smartphone mit der App verfügen.
Pech hat natürlich der Radelfahrer, dessen Smartphone der Saft ausgegangen ist. Ohne Telefon kein Bike!

2. Das FlyKly Smart Wheel

FlyKly

Die Plugin Lösung für alle, die Ihr (Stadt)rad in ein E-Bike umwandeln wollen. Das FlyKly Smart Wheel ist ein Laufrad, das sowohl Elektromotor als auch Batterie enthält. Es kommt in verschiedenen Laufradgrößen und lässt sich einfach als Hinterrad in vielen Fahrrädern verbauen. Mit nur 4kg Gewicht soll es genug Saft für 50km Reichweite haben. Danach muss das Laufdrad an der Steckdose geladen werden (willkommen im Jahr 2013 :)
Sicher eine praktische Sache, wer mit ein bisschen Unterstützung unterwegs sein will.

3. Der Infinity Seat

Infinity Seat

Der Infinity Seat ist ein Sattel, der besonders bequem und beschwerdefrei zu fahren sein soll. Durch seine offene Bauweise sollen Druckstellen im Leistenbereich und die damit verbundenen Schmerzen oder Taubheitsgefühle vermieden werden. Ob das so funktioniert? Sicher (wie immer bei Fahrradsätteln) eher eine individuelle Frage, aber sicherlich ein innovativer Ansatz.

4. Der Buca Boot Fahrrad-“Kofferraum”

Buca Boot

Der Buca Boot ist ein Kasten, der auf dem Gepäckträger eines Radels befestigt wird und durch seine flexible Bauform sowohl zum Transport als auch zur sicheren Aufbewahrung von allerlei Bike-Utensilien beim Abstellen des Rades genutzt werden kann. Gegenstände finden entweder in der offenen oder geschlossenen Box ihren Platz oder sind im abgeschlossenen Zustand sicher verstaut.

5. Das See Sense Bikelicht

See Sense

Das See Sense Licht ist eine Fahrradlampe, die sich automatisch an die Fahrsituation anpasst. So soll die Lampe erkennen, ob der Biker gerade fährt, sich einer Kreuzung annähert oder steht. Entsprechend wird die Helligkeit gedimmt und auf verschiedene Blinkmodi geschaltet. Dies hat den Vorteil, das in gefährlichen Situationen für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt ist, während beim dahinradeln das Licht gedimmt wird und so Strom gespart wird.

Neben diesen Projekten gibt es auf Kickstarter immer wieder neue Projekte, die sich an Radfahrer wenden. Schaut doch einfach ab und zu bei Kickstarter rein.

Alle Fotos: Kickstarter

Petition gegen Anti-Mountainbiker Gesetz in Baden Württemberg

Schon seit einiger Zeit läuft die Petition des DIMB und ADFC für die Streichung eines Gesetzes, das es Fahrradfahrern in Baden Württemberg verbietet, Wege unter 2 Meter Breite zu befahren. Damit wird faktisch die Ausübung des Mountainbike Sports im öffentlichen Raum von Baden Württemberg unterbunden.

Unter folgendem Link könnt auch Ihr euch dieser Petition anschließen:

https://www.openpetition.de/petition/online/streichung-der2-meter-regel-einschl-entspr-bussgeldbestimmung-im-waldgesetz-baden-wuerttemberg

Topeak Shock ‘n Roll Pumpe Test

Anfang dieser Fahrradsaison dachte ich, dass ich es mir mal einfacher mache und meine gute alte Specialized Handpumpe durch ein fancy neues Modell ersetze. Die Wahl fiel auf die Topeak Shock ‘n Roll, da sie zum einen neben den Reifen auch Dämpfer und Luftgefederte Gabeln aufpumpen kann, sowie über ein Manometer verfügt.

Leider kann ich nach einigen Monaten Gebrauch der Pumpe nur eine 2 von 5 Sternen Bewertung geben, was vor allem an dem mangelhaften Schlauchanschluss liegt. Mit 286g ist sie außerdem kein Leichtgewicht, meine Specialized Pumpe plus Syntace Dämpferpumpe wiegen zusammen weniger und brauchen nicht so viel Platz.Allerdings macht die Topeak schon einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck.

Topeak  Shock n Roll

Aber zurück zu dem schlechten Anschluss, mit dem bei Topeak die Pumpe mit dem Reifen verbunden wird. Dieser besteht einfach aus einem Gegengewinde (für Presta- und Autoventile anpassbar), die auf das Ventil am Schlauch geschraubt wird. Problematisch ist hierbei, dass Prestaventile meist ein separat ausschraubbares Innenstück haben. Wird die Topeak Shock ‘n Roll nach dem aufpumpen abgeschraubt, kann die Dichtung in dem Anschluss dieses Innenteil (Valve Core) mit ausschrauben, die Luft entweicht dann natürlich sofort wieder und man hat erstmal das Problem, das kleine Bauteil wieder sicher im Ventil einzuschrauben und einen erneuten Versuch zu starten.

Extrem ärgerlich und anscheinend bei Topeak bekannt, auch deren andere Pumpen (auch Standpumpen!) arbeiten augenscheinlich mit der gleichen Technik Topeak empfiehlt den Innenteil des Ventils mit Schraubensicherung zu befestigen. Für mich ein Workaround um eine mangelhaft konstruierte Ventilbefestigung. Besser machen es hier andere Hersteller (wie Specialized), bei denen die Pumpe und der Schlauch mit dem bekannten Klappmechanismus verbunden. Das ganze baut wieder etwas größer, ist aber meiner Ansicht nach vorzuziehen.

Ansonsten funktioniert die Topeak Shock ‘n Roll Pumpe recht gut. Man muss evtl. ein wenig aufpassen, beim aufpumpen eines Schlauchs die Pumpe nicht in die “Dämpfer” Position zu verstellen. Leider verfügt die Pumpe nicht über ein System, das auch beim herausziehen der Pumpe einen Pumpvorgang durchführt. Aufgrund des Volumens ist aber ein Reifen relativ schnell gefüllt.

Von dem Manometer habe ich mir mehr praktische Hilfe erwartet. Meiner Meinung nach ist dieses Feature das auf dem Trail im Grunde nicht nötig.

Insgesamt rate ich von dem Kauf dieser Pumpe aufgrund des problematischen Schlauchanschlusses eher ab. Auch bei anderen Topeak Pumpen würde ich unbedingt schauen, ob sie das gleiche System benutzen.
Wer mit der Verbindung klar kommt und eine kombinierte Reifen-/Dämpferpumpe sucht, ist mit der sehr stabilen Topeak sicher gut bedient.

Shimano Ice-Tech vs. normale Beläge

Mit das Beste, was ich letztes Jahr an meinem Liteville 301 verändert habe war der Umbau von Avid auf Shimano XT Bremsen. Kein nerviges Schleifen mehr, das sich kaum abstellen lässt, keine festgebackenen Bremskolben mehr, keine fiese Bremsflüssigkeit und kein Entlüften mehr. Obendrein erscheint mir die Shimano Bremse auch noch besser zuzubeissen als die Avid Elixir CR…

Shimano verbaut in den XT, XTR, SLX, Saint und Zee Bremsen keramische Bremskolben. Ich vermute, dass sich diese weniger schnell festfressen als metallische Kolben.
Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass die Keramik Kolben eine thermische Barriere zwischen den heiss laufenden Belägen und dem restlichen System darstellen. Das ist sinnvoll, weil sich sonst das Öl in den Bremssätteln und der Leitung sowie die Leitungen selbst erhitzen und dadurch der Druckpunkt der Bremse wandern kann.
Trotzdem muss die an den Bremsbelägen nicht unerhebliche Hitze abgeleitet werden. Zum einen nehmen die Bremsscheiben Hitze auf, zum anderen verbaut Shimano serienmässig an den genannten Bremsen Beläge mit dem Ice Tech System. Im Prinzip sind dies einfach kleine Kühlrippen aus Aluminium, die durch ihre große Oberfläche die Hitze von den Belägen in die Luft ableiten.

Diese Konstruktion scheint tatsächlich extrem gut zu funktionieren. Selbst auf heissen Downhill Ritten kann ich kein merkbares Fading feststellen. Die XT Bremse beisst immer herzhaft zu.

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Interesse halber habe ich nun aber mal Beläge ohne diese Ice Tech Kühlrippen installiert (Shimano G03Ti). Auf leichten Trails und sogar in Mittelgebirgs Bikeparks (Winterberg, Bischofmais, Samerberg) konnte ich keinen wirklichen Unterschied zu den teureren Ice Tech Modellen (Shimano FC03C) feststellen.
So lange die Bremsen nicht richtig heiss werden macht das wohl keinen großen Unterschied.

Sobald es aber auf lange, steile Abfahrten geht, setzt ohne Ice Tech schon bald deutliches Fading ein. Auf den ruppigen und langen Downhill Passagen bei der Trail Trophy in Latsch konnte ich hinterher die Bremsgriffe kaum noch genug anziehen und hatte dieses unangenehme Gefühl die Bremse gar nicht mal loslassen zu können, weil sie die höhere Geschwindigkeit gar nicht mehr einfangen könnte. So macht eine schlechtere Bremse beim Downhill langsamer!

Die G03 Beläge ohne Ice Tech wandern jetzt als Ersatz-Pads in den Rucksack, dafür sind sie auf Grund der kleineren Baugröße super geeignet.
Auf dem Rad befinden sich nun aber wieder die guten Sinter F03C Beläge mit Ice Tech und freuen sich schon darauf ab Ende der Woche in Übersee eingefahren zu werden. Doch dazu später mehr ;)

Mountainbike Guide La Palma

remotesnap000329Bei meinem Bikeurlaub im Januar habe ich etliche MTB Touren auf La Palma mit Hilfe zweier Bike Guides gefunden.

Ich hatte den “Mountainbikeguide La Palma” von Ralf Schanze und Siegmund Schüler und den “La Palma. Bike Guide: 19 Rad- und Mountainbike-Touren.” von Uwe Kahlfuß dabei, die sich wunderbar ergänzt haben.

Eher etwas abfahrtsorientiert gibt sich dabei der Mountainbikeguide La Palma, der aber auch nette Runden für Tourenfahrer enthält. Er enthält neben den Touren auch noch 5 reine Downhills an verschiedenen Orten rund um die Insel. Der “La Palma Bike Guide” richtet sich dagegen ausschliesslich an Tourenbiker. Diese werden aber in dem umfangreichen Tourenangebot fündig.

Persönlich würde ich empfehlen beide Guides mitzunehmen, da dies die weiteste Bandbreite an Touren bietet. Wenn es es nur einer sein soll, würde ich den Mountainbikeguide von Schanze/Schüler bevorzugen.

Zu beziehen sind beide Mountainbikeführer für La Palma bei Amazon:

Die Zukunft (und Gegenwart) rollt auf 29 Zoll

photoAuch 2013 setzen 29er Räder ihren Siegeszug im Mountainbike Sport fort. Im Marathonsport praktisch ausschließlich gefahren, zeigen die großen Räder nun, dass sie auch im Gravity und Enduro Bereich Stand der Technik und die Zukunft sind. Aaron Gwin gewinnt auf einem 29er Enduro den Seaotter Downhill, auf der Trail Trophy in Latsch fahren selbst kleine Fahrer (und Fahrerinnen!) mit 29ern auf die vordersten Plätze und selbst Urgestein-Marken wie Marin stellen die Entwicklung und Produktion von 26″ Rädern komplett ein.

Wärend in den USA schon die Überzahl der Mountainbiker auf 29ern unterwegs ist, setzt sich auch bei den Europäern anscheinend langsam die Einsicht durch, das die großen Laufrädern einfach besser rollen, mehr Fahrstabilität bieten und damit den Nachteil von (teils gefühlter) geringerer Wendigkeit wett machen. Es sind natürlich nur anekdotische Beobachtungen aber ich fahre häufig zusammen mit 29er Fahrern, die auch Bergab sowohl auf schnellen als auch technischen Trails nicht nur mir, sondern auch vermeintlich besser “motorisierten” 26er Fahrern davon fliegen… Auf der Trail Trophy ist mit aufgefallen, dass schon sicher 10-20% auf 29ern unterwegs waren. Letztes Jahr konnte man die großen Räder noch an einer Hand abzählen.

Ebenso setzt sich zum Glück die Erkentniss durch, dass 29er eben nicht “nur was für große Bikes” sind, sondern die Vorteile natürlich genauso für kleinere Rahmengrößen gelten, wobei natürlich nach unten eine gewisse Grenze gesetzt ist, weil bei sehr kleinen Rahmen die großen Räder einfach nicht mehr federn können und das Tretlager zu weit nach oben rutscht. Aber selbst kleine “Damenräder” fegen auf 29ern die Berge hinunter (hinauf sowieso).

Meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile der 29 Zoll Mountainbikes deutlich. Das bedeutet natürlich nicht, das bisherige 26er schlechter werden und sofort gegen 29er ausgetauscht werden sollten, aber wer sich ein neues Rad kauft und 29er gar nicht erst in Betracht zieht, macht einen Fehler.

SRAM X01

Screen Shot 2013-06-04 at 21.26.12SRAM gibt weiter Gas bei der Einführung des 1×11 Antriebs. Nachdem der SRAM XX1 Antrieb im Profibereich schon viel Anklang gefunden hat, legt SRAM nun mit der X01 Gruppe eine Preisklasse niedriger nach.

Niner Bikes stattet die Top Linie seine 2014er Bikes mit der X01 Gruppe von SRAM aus. Erwarten dürfte der Biker die gleiche Übersetzungsbreite von 22-34 Zähnen auf dem Kettenblatt und einem 11-42 auf dem Ritzel wie bei der XX1. Vermutlich fallen vor allem Kurbel und Ritzel etwas schwerer aus als bei der SRAm Topgruppe. Möglicherweise verzichtet SRAM aus Kostengründen auf eine aus einem einzelnen Alublock gefräster Kasette, die wie man hört, einen ordentlichen Batzen des recht hohen Preises ausmacht.

Erhältlich sein dürfte die SRAM X01 Gruppe allerfrühestens im Herbst 2013, vermutlich sollten sich interessierte Biker eher auf den Start der Saison 2014 einstellen.

Was halte ich von der Gruppe? Viel. Die XX1 hat sich schon bestens bewährt und wenn ich nicht auf die Shimano Antwort warten würde, führe ich längst mit dem überzeugend einfachen und belastbaren 1×11 Antrieb. Falls die Japaner aber bis Anfang nächsten Jahres keinen 1×11 oder gar 1×12 Antrieb nachlegen können, wird an meinem neuen Rad nächstes Jahr ein SRAM Antrieb laufen.